Erfahrungsberichte von Teilnehmenden

Mut-Mach-Geschichten aus dem Reha-Zentrum und unseren Geschäftsstellen.

Alleinerziehender Vater meistert Umschulung mit Bravour

Markus W. konnte nach seiner schweren Krankheit im Jahr 2008 seinen erlernten Beruf als Maurer nicht mehr ausüben. Zunächst übernahm er Tätigkeiten rund um die Gebäudeinstandhaltung; 2013 dann die Arbeitslosigkeit. „Im Internet hatte ich gelesen, dass für mich nur eine berufliche Reha in Form von einer Umschulung in Frage kommt“,  erinnert sich der 35-jährige heute zurück. Nach dem Assessment im BFW-Nürnberg war relativ schnell klar, dass er alle Voraussetzungen und auch das Interesse für den Beruf des Mechatronikers mitbringt. Der allein-erziehende Vater zweier Töchter begann in der Geschäftsstelle Coburg, das Lernen wieder zu erlernen. Die Reha-Fachkräfte unterstützen ihn bei der Suche nach einem Betrieb und schließlich startete er 2014 bei seinem jetzigen Arbeitgeber Valeo Klimasysteme in Bad Rodach mit der betrieblichen Umschulung.  Während der kompletten Umschulungsphase wurde Herr W. umfassend sozialpädagogisch betreut.

„Das schwierigste für mich war die Berufsschule. Teilweise fehlte mir einfach das Vorwissen. Und ohne den Stütz- und Förderunterricht im Berufsförderungswerk hätte ich es wohl nicht geschafft“, so W.. Aber nach einem halben Jahr anfänglicher Schwierigkeiten verlief seine berufliche Reha zum Mechatroniker vorbildlich. In der Praxis kamen ihm seine Berufserfahrungen sehr entgegen; in der Schule holte der ehrgeizige und gut organisierte Umschüler rasch auf. Im Februar 2017 wurde W. nach bestandener Abschlussprüfung von Valeo übernommen. Seinem damaligen Ausbilder fiel rasch auf, wie gut er sein Wissen weitergeben kann. Herr W. ist seit Mai 2018 geprüfter Ausbilder mit AdA-Schein der IHK und besucht seit September 2017 den dreieinhalb jährigen Meisterkurs. 

Auf die Frage, was sich für ihn durch seine berufliche Reha verändert hat, antwortet er: „Einfach alles! Ich war monetär noch nie so gut aufgestellt wie jetzt. Wir können jetzt viele Freizeitmöglichkeiten wahrnehmen, was vorher einfach nicht drin war und sogar mindestens einmal im Jahr in den Urlaub fahren.“ W. hat sich inzwischen so an das Lernen gewöhnt, dass er nach seiner Meisterprüfung sogar mit einer weiteren Qualifikation liebäugelt.

Umschulung mit Fachabitur

Im Frühjahr 2015 steht für Katharina B. fest: im erlernten Beruf als Restaurantfachfrau wird sie aufgrund ihrer gesundheitlichen Probleme nicht mehr weiterarbeiten können. Wenn man den Lebenslauf der 32-Jährigen betrachtet, wird schnell klar: Sie hat nicht nur eine Umschulung absolviert – sie hat vielmehr die Chance genutzt, ihr Leben neu in die Hand zu nehmen und neben der Qualifizierung zur Industriekauffrau ihr Fachabitur für Wirtschaft und Verwaltung abgeschlossen. 

2015 schlug die Arbeitsagentur Bamberg-Coburg Katharina B. eine berufliche Reha über das Berufsförderungswerk (BFW) Nürnberg vor. „Das es ein kaufmännischer Beruf wird, war aus gesundheitlichen Gründen relativ schnell klar“, erinnert sie sich heute. „Besonders gut gefallen hat mir, dass ich vor Ort in Bamberg an der Maßnahme teilnehmen konnte. Aufgrund des umfangreichen Angebots an Lernmöglichkeiten und der zu jederzeit kompetenten Unterstützung der Reha-Fachkräfte war es mir möglich, Lerninhalte gezielt und nachhaltig zu verinnerlichen.“

„Wir haben Frau B. als enorm motivierte und fleißige Rehabilitandin erlebt, die die Möglichkeit, einen gesundheitsangepassten  neuen Beruf zu erlernen, optimal genutzt hat“, so der Lehrgangsleiter Jan Rößler im Regionalzentrum Bamberg. Dort hat das BFW eine von vielen Außenstellen in Nordbayern. Hier bekam die Umschülerin Unterstützung von Anfang an: Einen Vorbereitungskurs, Begleitung bei Themen rund um die Absprachen mit dem Kostenträger, Stütz- und Förderunterricht, sozialpädagogische Betreuung, Prüfungsvorbereitung und letztlich Bewerbungstraining.

Durch ihre Zielstrebigkeit und Motivation ist sie nun seit 2017 wieder im Berufsleben angekommen. „Mein jetziger Arbeitsplatz als Sachbearbeiterin für Lager und Logistik passt einfach perfekt!“, so B.. Und auf die Frage, was sich seit der Umschulung geändert hat, sagt sie „ALLES. Ich hatte mit der neuen Qualifizierung super Chancen bei der Arbeitssuche, gesundheitlich geht es mir prima und meine persönlichen Ziele, eine langfristige und gut bezahlte Stelle mit Weiterentwicklungsmöglichkeiten zu finden, haben sich verwirklicht“. Außerdem hat sie daraus für sich gelernt, dass man nie zu alt ist, um sich fortzubilden oder etwas Neues zu lernen. Für die Zukunft plant die Umschülerin sich fachspezifisch weiterzubilden.

Klebeeffekt des Praktikums funkitoniert bestens: Elektroniker für Geräte und Systeme integriert

Die zweijährige Qualifizierung im BFW schließt immer auch ein Pflichtpraktikum mit ein. Gerade in den Berufsfeldern mit Fachkräftemängel sind es oft Arbeitgeber, die die Chance nutzen, auf diesem Weg neue Arbeitskräfte zu gewinnen. Der jetzt 47-jährige Aydin B. konnte seine selbständige Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen 2015 nicht mehr ausführen. Im RehaAssessment® des BFW Nürnberg wurde ihm der Beruf Elektroniker für Geräte und Systeme empfohlen. Der gelernte Fotomedienlaborant erinnert sich an 2016 zurück: „Ich war wirklich skeptisch, denn Elektronik ist wirklich ein komplett anderes Fachgebiet! Anreiz schon damals waren die sehr guten Vermittlungschancen, die darauf hoffen ließen, dass sich die Mühe am Ende für mich auszahlt.“ Im Januar 2017 begann er schließlich die Qualifizierung.

Der zweifache Vater stellte rasch fest, wie anstrengend das Lernen und wie komplex das Aufgabengebiet sind. Die 24-monatige Umschulung war geprägt von Pendeln, Unterricht und anschließendem Lernen. Im BFW werden die Ausbildungsinhalte sehr praxisnah vermittelt; dennoch ist ein dreimonatiges Praktikum Pflicht. „Das Praktikum war schnell gefunden – denn die Industrie hat enormen Bedarf an Fachkräften. Bereits der erste Tag bei RSK Elektronik verlief sehr vielversprechend. Die abwechslungsreichen Aufgaben dort, wie Steuergeräte verdrahten, elektronische Messungen oder das Löten, machten mir großen Spaß. Schon während der drei Monate kam die Personalabteilung auf mich zu und bot mir einen Arbeitsvertrag an, den ich nur zu gerne angenommen habe. Einfach super!“, so B.. 

Die nächste Hauptmaßnahme Elektroniker für Geräte und Systeme startet am 9. Juli 2019 - ein toller Beruf mit sehr guten Chancen in der Region!