Pressetext:
18. November 2009
Medizinische und Berufliche Reha - Hand in Hand
Krankenhaus-Sozialdienste aus ganz Nordbayern treffen sich im Berufsförderungswerk Nürnberg zur Fachtagung.
Kontakt: Fred Dönhöfer, 0170 1904236
Nürnberg - Sozialdienstmitarbeiterinnen und -mitarbeiter aus Krankenhäusern in Nordbayern haben sich auf Einladung des Berufsförderungswerks Nürnberg zu einer Fachtagung getroffen: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich mit der Frage beschäftigt, wie die Kommunikation an den Schnittstellen zwischen medizinischer Heilbehandlung und einer anschließenden beruflichen Wiedereingliederung effektiver gestaltet werden kann.
Ein Beispiel aus dem Leben: Herr M. hatte 2001 einen schweren Verkehrsunfall. Seinen erlernten Beruf als Schlosser konnte er daraufhin nicht mehr ausüben. Er findet eine Arbeit als Kurierfahrer - 70 Stunden pro Wochen belasten ihn enorm. Aus Angst vor der Arbeitslosigkeit reißt er sich aber zusammen. Solange, bis er mit dem Lieferwagen einen schweren Unfall hat. Daraufin erhöht der Arbeitgeber den Druck auf Herrn M. weiter. Dieser bricht seelisch zusammen und wird in einer einer psychiatrischen Klinik behandelt. Dort kommt er langsam wieder auf die Beine. Schon während der medizinisch-psychiatrischen Behandlung arbeiten die Klinik, die Deutsche Rentenversicherung als Reha-Träger und das Berufsförderungswerk eng zusammen. Je mehr die Behandlung anschlägt, desto mehr denkt Herr M. über seine berufliche Zukunft nach: Als er gesundheitlich in der Lage ist, eine Umschulungsmaßnahme anzufangen, haben die zuständigen Stellen bereits alle Formalien erledigt. Herr M beginnt eine Berufsausbildung im Berufsförderungswerk Nürnberg.
Dieser Ablauf ist mustergültig und hat tatsächlich so stattgefunden. In vielen Fällen aber klappt der Übergang vom Krankenhaus in die berufliche Rehabilitation nicht annähernd so gut. Oft stehen auch die Sozialarbeiter/-innen in den Kliniken vor großen Herausforderungen, wenn sie ihre Klienten individuell und zielgerichtet beraten wollen. Viele Möglichkeiten und Abläufe der beruflichen Reha sind bisher nicht ausreichend bekannt.
Das soll anders werden: Im Rahmen der Fachtagung haben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer detailliert über die Voraussetzungen und Abläufe in der beruflichen Rehabilitation beschäftigt. In Workshops standen rechtliche Rahmenbedingungen im Fokus genauso wie die Frage: Wo kann ich mich im konkreten Einzelfall informieren - dann, wenn die Situation nicht ins Standardschema passt? Was meistens der Fall ist.
Wenngleich ein erstes Treffen noch keine allumfassenden Lösungen hervorbringt, so waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig, dass sie weiter an der Intensivierung ihrer Beziehungen arbeiten wollen.

